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2008: Endlich was los auf dem Mond

Kleinkunst

Ein Spiel mit Licht und Schatten für Kinder ab vier. Uraufführung im Rahmen des internationalen Theaterfestival Schäxpir 2008 von Rudolf Habringer

Luna, Mona und ihrem Mondschaf geht es gut auf dem Mond: Gerne schauen sie durchs Fernrohr auf die Erde, manchmal muss der Mondschatten richtig gestellt werden, aber sonst – nicht sehr aufregend. Plötzlich wackelt das Fernrohr! Irgendetwas stimmt nicht!

Fremde plumpsen auf den Mond: Lupo und Tuplo vom Planeten Pluto mit Plato, ihrem unsichtbaren Hund. Sie sind auf der Suche nach einem neuen Heimatstern. Aus ist es mit der Gemütlichkeit, jetzt gibt es Streit. Nur Plato versteht sich bestens mit dem Mondschaf, sie reißen gemeinsam aus und düsen durchs All. Wie können die beiden wieder eingefangen werden? Ein Problem, das Luna, Mona, Lupo und Tuplo nur gemeinsam lösen können.

LESEPROBE

Da stimmt doch was nicht

LUNA: So aufgeregt habe ich das Mondschaf noch nie gesehen. Frisst nicht, lässt sich nicht streicheln, gibt keinen Tropfen Milch. Und will nicht aus der Sonne gehen.

Mona: Der Frühstückskakao fällt aus.

LUNA: Hast du nicht gesehen, wie es gezittert und geblökt hat?

Mona: Mäh!

LUNA: Erschreck mich doch nicht so! Irgend etwas stimmt hier nicht. Das Mondschaf hat sich vor irgend was gefürchtet.

Mona: Vor wem sollte es sich denn fürchten? Hier ist doch niemand außer uns.

LUNA: Schau, mal das Fernrohr. Das stimmt doch was nicht. Als wir fort gingen, zeigte es auf die Erde. Jetzt zeigt es auf den Boden.

Mona: Vielleicht ist das Fernrohr müde.

LUNA: Unsinn.

Mona: Vielleicht ist es eingeschlafen.

LUNA: Blödsinn. Da stimmt doch was nicht. Schau doch mal. Mona, da sind Spuren.

Mona: Aber das sind doch unsere Spuren! Wir laufen hier doch den ganzen Tag herum.

LUNA: Das ist mein Schuh. Das ist meine Spur. Und jetzt schau dir diesen Schuhabdruck an. Der ist doch um vieles größer.

Mona: Dann ist es halt mein Schuhabdruck. Ich bin ja auch noch da.

LUNA: Aber deine Füße sind ja kleiner als meine. Mach doch mal einen Abdruck.

Mona macht einen Abdruck.

Mona: Du hast recht. Und schau, da ist noch ein Abdruck. Auf unseren Schuhen ist ein Kreis und hier sind lauter Zacken. Da war jemand.

LUNA: Da ist jemand.

Mona: (geht zum Fernrohr) Die Spuren gehen zum Fernrohr, sie kommen von da her (geht verkehrt in den Spuren), und sie gehen dahin. (geht zum Krater, flüstert) Luna! Die Spuren verschwinden da drinnen!

LUNA: Mona, ich glaube, ich muss zittern.

Mona: Ich zittere ja auch.

LUNA: Lass uns gemeinsam ein bisschen zittern.

Sie zittern.

LIED: (bei paralleler Führung mit der nächsten Szene singen auch Lupo und Tuplo mit)

Es schlottern die Knie

es pocht unser Herz

wir zittern wie nie

und das ist kein Scherz

Wenn Spuren im Sand

sind Feinde im Land

verlässt uns der Mut

und das ist nicht gut

Es zittert das Ohr

es schlottert das Bein

verschoben das Rohr

da muss jemand sein

Es zittert der Mund

es bellte der Hund

es mähte das Schaf

das sonst ist so brav.

Es zittert die Hand

es zittert mein Fuß

und auch mein Verstand.

Wann ist endlich Schluß!

wir zittern wie Laub

wir schlottern vor Ort /beim Sport

wir zittern im Staub

und schlottern uns fort. :/

LUNA: (schaut durchs Fernrohr) Mona, ich seh nix. Kein Mondschaf mehr. Nicht im Schatten und auch nicht im Licht. Unser Mondschaf ist verschwunden! Da geht doch wohl nicht alles mit rechten Dingen zu! Wir müssen es suchen!

Sie entfernen sich vorsichtig, rückwarts gehend.

REZENSION

Überirdische Uraufführung Mondausflug mit Witz

Es gibt sie doch, Bewohner auf dem Mond. Mit Riesenohren und einem rosa Mondschaf. Letzteres muss im Schatten bleiben. Sonst bekommt es einen Sonnenstich, und dann wird die Milch sauer. Und dann haben Simone Neumayr und Wanda Dziak als herrlich quirlige Mona und Luna nichts zu trinken. Ein paar Lichtjahre entfernt: Stromausfall am Pluto. Seither suchen Tuplo und Lupo alias Thomas Schächl und Harald Bodingbauer verzweifelt einen neuen, lichten Heimatstern, damit ihr heißgeliebter Schattenhund „Platili“ wieder sichtbar werde. Unter der humorvollen Regie von Andreas Baumgartner wird das erste Aufeinandertreffen der Allbewohner zur beiderseits angsterfüllten Zitterpartie: Als übergroße Schatten erscheinen die liebenswerten „Stachelfrösche“ den „Ohrenmonstern“. So karg die Mondlandschaft ist, in der Nathalie Pellets Kostüme wie Farbtupfer wirken, so facettenreich thematisiert Autor Rudi Habringer das Anderssein, die Angst vor dem Fremden und deren Überwindung durch die allmähliche Erkenntnis: „Wir sind verschieden und doch gleich.“ Ein bezaubernder 45-minütiger Mondausflug zu den sphärischen Klängen David Wagners, der nicht nur das junge Publikum (ab 4 Jahren) begeistert.

Oberösterreichische Nachrichten, Karin Schütze

Ein musikalischer Weltraumspaß

Dieses Spiel von Licht und Schatten mit vier Menschen, dem Mondschaf und dem zunächst unsichtbaren Hund Plato, hat der vielseitige oberösterreichische Autor Rudolf Habringer nun als sein erstes Bühnenstück für Kinder als Auftragswerk des Theaters des Kindes und Beitrag zum „Schäxpir“-Festival präsentiert. In „Endlich was los auf dem Mond!“ geht es vordergründig um zwei Männer, Lupo und Tuplo, die samt ihrem Hund vom Planeten Pluto auf den Mond stürzen.

Dem kleinsten unserer Planeten wurde nämlich „das Licht abgedreht“. Das bedeutete gleichermaßen Heimatverlust wie Heimatsuche. Diese aber sollte sich schwierig gestalten, denn Lupo und Tuplo begegnen den beiden Mondbewohnerinnen Luna und Mona, und es ist schwer zu sagen, wer sich vor wem mehr fürchtete. Sie waren einander schrecklich fremd und unterschieden sich auch äußerlich voneinander durch die Größe ihrer Ohren, so dass sich nur langsam ein vorsichtiges Aufeinander-Zugehen entwickelt. Komplikationen gibt es aber auch mit dem Schaf, das sich mit dem Hund selbstständig gemacht hat und vorerst nicht einmal mit Hilfe eines Fernrohrs ausfindig gemacht werden kann. Natürlich nimmt die Geschichte, die sich an ein Publikum ab vier Jahren richtet, ein glückliches Ende. Wie dieses aber zustanden kommt, sollte man selbst erlebt haben, denn Andreas Baumgartner legte viel Witz und Tempo in seine Regie, der die komödiantisch lustvoll agierende und singende „Viererbande“ — Simone Neumayr, Wanda Dziak, Harald Bodingbauer und Thomas Schächl — mit Hingabe folgte.

Margret Czerni, Neues Volksblatt

Mond-Reise

Und die kleinen Besucher quietschen bei Rudi Habringers Uraufführung vor Vergnügen, wenn sich die Mondmädchen Luna und Mona den Herren Lupo und Duplo vom Pluto annähern und gemeinsam das Mondschaf suchen. Wanda Dzioak, Harald odingbauer, Thomas Schächl und Simone Neumayr verzaubern ihr kleines Publikum mit Slapstick, Kurzweil und Gesangseinlagen.

Milli Hornegger, Kronen Zeitung

Eine Landung mit Folgen

Das glatte Gegenteil von fad war die gestrige Uraufführung von Endlich was los auf dem Mond. Rudi Habringer hat das musikalische Stück mit Elementen des Schattenspiels extra für das Theater des Kindes geschrieben. Einfach toll, wie die Schauspieler in der Geschichte (actionreich inszeniert von Andreas Baumgartner) voll aufgehen. (…) Ein sensibles Plädoyer für Toleranz, das immer die richtigen Töne anschlägt (Musik: David Wagner) Dafüpr gab´s verdient lauten Applaus.

Inez Pölzl, Österreich