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Bücher

Kurzbeschreibung

200 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, Essayband

ISBN 978-3-950-3686-5-9
22 Euro inkl. MWSt.

Man kennt Rudolf Habringer als Autor von Romanen, Erzählungen und satirischen Texten. In den letzten Jahren ist er verstärkt als Kabarettist und Musiker in Erscheinung getreten. Mit dem Band „Das Unerträgliche und das Banale“ wird eine weitere Facette des vielseitigen Autors sichtbar. In diesem präsentiert sich Habringer als Verfasser von Essays und wissenschaftlichen Aufsätzen, die im Verlag Mitter nun erstmals gesammelt erscheinen. (mehr …)

Textprobe

Schreiben heute

 

(…) Ist die Zeit um die Jahrtausendwende als eine Zeit der „Neuen Unübersichtlichkeit“ diagnostiziert worden (Jürgen Habermas), könnte die politischen Gegenwart angesichts der Flüchtlingsbewegung infolge des Syrienkrieges und des Erstarkens des Rechtspopulismus in vielen Ländern Europas als eine Ära der „Neuen Rat- und Hilflosigkeit“ bezeichnet werden.
Seit dem Sommer des Jahres 2015 werden auch wir in Mitteleuropa mit den Folgen des Syrienkriegs konfrontiert (eines Krieges, dessen Auswirkungen etwa ein Land wie der Libanon schon seit Jahren zu tragen hat); Menschen aller Generationen und Religionen lassen alles hinter sich und suchen Schutz und Zuflucht in den reicheren Ländern Europas. (mehr …)

Kurzbeschreibung

176 Seiten, Taschenbuch

Töpfe_CoverISBN 978-3902786357
12,95 Euro inkl. MWSt.

Witzig und schräg gewährt der Autor in seinem sechsten Satirenband wieder Einblicke in das österreichische (Un-)Wesen. Seine Figuren sind Monologisierer, Bramarbaseure und Suderanten: schrullig und verrückt, borniert, blasiert oder auch einfach nur komisch, immer aber aus dem prallen Leben gegriffen.

Spielerisch schlüpft Habringer in verschiedene Sprachwelten und macht sich über menschliche Schwächen lustig, ohne zu denunzieren: Skurril, mit schwarzem Humor. Eine schräge Landvermessung tragikomischer Abgründe unseres Alltags.

Pressestimmen

Er scheint sie alle zu kennen, der in Walding lebende Rudolf Habringer. Die Grantler, die Suderanten, die Gscheitwaschler, die Alleswisser. In seinem neuen Satire-Buch widmet er sich dem Alltag, dem in Österreich an jeder Ecke zu begegnen ist. Schräg, aber voll Witz und Gefühl holt er Typen, Sichtweisen und Geschichten vor den Vorhang. Ein kurzweiliges Buch, das viel Lacher auslöst. Pfiffig. Witzig.
OÖN, 04.07.2016

Textprobe

Sagen Sie ja und ich sage Ihnen, dass Sie ein Bedürfnis haben, von dem Sie bisher keine Ahnung hatten.
Dichter sind unheimlich sensible Menschen, das kann man sich normalerweise überhaupt nicht vorstellen. Ihre Inspiration springt nur unter besonderen Bedingungen an. Im sogenannten Kreativitätszeitfenster. Ich bin nur Schriftsteller, aber ich verfüge über ein derart kleines Kreativitätszeitfenster, dass man meinen könnte, ich wäre ein Dichter. Meine Inspiration ist am besten zwischen 9.30 und 10. 30 am Vormittag abrufbar. Keine Ahnung, was sie sonst macht. Schläft sie, ist sie auf Urlaub oder was, sie ist auf jeden Fall die längste Zeit abwesend. Eine komplizierte Sache. (mehr …)

Kurzbeschreibung

312 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, Lesebändchen

Was wir ahnen - Cover

ISBN 978-3-7117-2007-8
22,90 Euro inkl. MWSt.

Verena, Psychotherapeutin in Regensburg, hat ihren Mann durch einen unsinnigen Mord verloren. Ihr Leben und das ihrer beiden Kinder gerät komplett aus den Fugen auch nach Monaten kann sie nicht von der Suche nach dem Mörder ablassen.Katharina, Politikerehefrau in Linz, hat zwei große Geheimnisse: (mehr …)

Pressestimmen

Habringer stellt allein dadurch seine epische Gestaltungskraft unter Beweis, dass er es schafft, diese 29 Figuren in ein filigranes Beziehungsnetz zu integrieren. Man könnte einwenden, dass Rudolf Habringer dabei die Phänomene Zufall und Schicksal hemmungslos strapaziert. Das hieße aber die Absicht des Autors verkennen. Die Komplexität der Figurenkonstellation ist bei ihm literarisches Programm und sozialphilosophische Essenz in einem. Darin besteht die Originalität dieses Romans. (…) Rudolf Habringer hat mit der ungewöhnlichen Konzeption seines Romans „Was wir ahnen“ einiges riskiert. Nicht alle werden das gutheißen, aber was er macht, ist in sich logisch und konsequent – und eines ist auch sicher: Fad wird einem auf keiner der 300 Seiten.
Christian Schacherreiter, OÖN (mehr …)

Textprobe

Keine achtundvierzig Stunden sind vergangen. Seit ich an der Grenze war. Und kaum drei Wochen, seit ich  Arnold in K. getroffen habe. So unwirklich das. So irreal. Vielleicht habe ich das alles nur geträumt. Vielleicht träume ich noch. Vielleicht wache ich bald auf.
Sie fädelte sich in die Abzweigung ein, die sie in den Stadtteil führte, in dem das kleine Haus stand, das sich die Eltern vor vier Jahrzehnten gekauft hatten. Damals, als sie aus der Stadt am See weggezogen waren.
Kurz vor der Sackgasse, in der Vater wohnte, bog sie auf den Parkplatz neben dem Einkaufscenter, an dessen Hinterseite die Müllcontainer standen. Der Einfall kam spontan. (mehr …)

Felix Baumgartner reißt einen Stern. Weihnachtssatiren.

Ein schräger und satirischer Mix aus Szenen, Monologen, Parodien und Liedernrund um brennende Weihnachtsbäume, unschuldige Engerl, illuminierteTurmbläser, ahnungslose Hirten und flexible Nikoläuse. (mehr …)

Kurzbeschreibung

habringer - was plumpst da auf dem mondRudolf Habringer
Sibylle Vogel (Illu.)
Was plumpst da auf den Mond?

48 Seiten, durchgehend vierfarbig, gebunden
ISBN 978-3-85452-161-7
12,90 Euro inkl. MWSt. Neu

Eine vergnügliche Abenteuerreise durchs All voll Wortwitz und Situationskomik

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Kurzbeschreibung

Aus. Endlich. Landesverlag Linz 1992

Der Band „Aus. Endlich“ vereint erstmals in größerer Konzentration Erzählungen von Rudolf Habringer, der in der Saison 1990/91 als „Linzer Geschichtenschreiber“, eingeladen von der Stadt und der Linzer Veranstaltungsgesellschaft, im Kremsmünster Stiftshaus Quartier genommen hat. (…)

Im vorliegenden Buch werden insgesamt vier charakteristische Texte vereinigt, die allesamt die Alltags- und Arbeitswelt als ursprüngliche Motivation des Autors erkennen lassen.

„Tod eines Papierarbeiters“ und „Sieben Tage“ sind darüber hinaus im besonderen eine Auseinandersetzung des Schriftstellers mit dem Fließbandprozess, der Anonymität und graduellen Menschenfeindlichkeit der Arbeit in unserer Gegenwartsgesellschaft. Habringer ist jedoch in seinen Schilderungen keineswegs ein einseitiger ideologischer Agitator, sondern er zeigt die Ausweglosigkeit und das Bedrückende von Arbeitssituationen als ein im Augenblick der Beobachtung und Aufzeichnung nicht eliminierbares Element der Existenz seiner Figuren. Seine Anklage legt einen fortschreitenden menschlichen Deformationsprozess frei.

(aus: Leidensdruck der Arbeitswelt von Peter Kraft, Nachwort zu: Aus. Endlich)

Textprobe

Aus, endlich

Weil das, was die können/ es ist eine Kunst, es abzukürzen/ sie müssen es aber/ es ist eine Kunst, so abzukürzen, dass trotzdem noch/ dass man trotzdem noch weiß, worum es geht/ so schaut alles wieder ganz anders aus/ das, worum es wirklich geht/ wirklich/

Wann kommt er? Wie spät ist es? Warten. Nachtwache. Nur nicht einschlafen. In der Küche leuchtet das rote Lämpchen der Kaf­feemaschine. Die Tür zum Kinderzimmer: einen Spalt offen, die Kleinen schlafen. In der Abstellkammer neben der Eingangstür: am Boden ihr Bettzeug auf einer alten Matratze. Wenn er kommt, soll er sie nicht erwischen. Das Telefonkabel ist un­ter dem Teppich im Vorhaus versteckt. Der Apparat steht neben ihrem Bett. Das ist ihm bisher entgangen. (mehr …)

Kurzbeschreibung

Der Fragensteller

Styria Verlag Graz Wien Köln, 1992

Der Fragensteller hört sich um. Ist ganz Ohr. Wie geht es dir, fragt er. Allen geht es gut. Doch hinter den Masken wohnen Menschen. Die allein erziehende Sekretärin, der labile Musiker, der Sozialhilfeempfänger, der im Abbruchhaus wohnt, die Saisonkellnerin, die von einer Karriere als Sängerin träumt, eine Frau, die von ihrem Mann geschlagen wird: Sie alle haben Geschichten zu erzählen. Von großen und kleinen Ängsten. Stadtgeschichten.

Der Fragensteller geht, der Stadt überdrüssig,  aufs Land, in ein Dorf an der Grenze. Wortkarg teilen sich die Menschen mit. Alle haben allen etwas zu verschweigen. Jeder trägt eine Geschichte mit sich herum. Das Leben im Bergdorf erweist sich als irritierendes Grenzerlebnis. Der Fragensteller sitzt in seinem Zimmer. Schreibt auf. Streicht durch. Er träumt viel. Demnächst wird er wieder aufbrechen.

Ein Roman über das Fragen und Zuhören. Das Miteinander-Reden. Über die gegensätzliche Wahrnehmung des Lebens in der Stadt und auf dem Land. Über die Schwierigkeit, einander zu verstehen. Über die Erfahrung der eigenen Fremdheit.

Pressestimmen

„…konsequentes In-Frage-Stellen als einfallsreicher Start zu einer Karriere.“ Die Presse

„Habringer gelingt eine nahezu perfekte Annäherung an die Frage zwischenmenschlichen Verstehens, ein Buch vom Fragen und über das Hinterfragen.“ Der Standard

„Habringers Beobachtungsschärfe und die Akribie des Aufzeichnens leisten Beachtliches.“ Salzburger Nachrichten

„Ein Romanerstling ist anzuzeigen, bei dessen Lektüre man ins Staunen gerät, denn sie schlägt einen sofort in ihren Bann….Der Leser gerät unwillkürlich in den Sog dieser intensiven, ausgefeilten Prosa, die ständig weiter fragt, die alle Schattierungen im Alltag und in den Nachtseiten des Lebens einfangen will.“ Mittelbayrische Zeitung Regensburg (mehr …)

Textprobe

Ich kenne die Stadt, sieben Jahre lebe ich hier, ich kenne die Stadt nicht, sieben Jahre lang sehe ich mir diese Stadt an, erkenne aber nichts, sieben Jahre lang lese ich die falschen Reiseführer, lasse ich mir von selbsternannten Frem­denführern die Fassaden einer Stadt präsentieren, höre ich, sieben Jahre schon, Bürger dieser Stadt mit Worten ihre Wunschvorstellungen zusammenreimen, ihre Lieblingsworte höre ich, touristische Nutzung, Hochkultur, ich erlebe die Heilig­sprechung des Wortes Umwegrentabilität, höre ich das Wort Mo­zart klingt es wie Geld, höre ich Mozarteum klingt es wie Geldinstitut, höre ich das Wort Festspielhaus klingt es wie Weltbörse, Mozartoper klingt wie Geldoper, Mozartsonate klingt wie Geldsonate, Mozarthaus wie Geldhaus, Mozarteumor­chester wie Geldorchester, Mozartdirigent wie Bankdirektor, Mozartsänger wie Prokurist, Mozartwoche wie Weltgeldwoche, Mozartmesse wie Geldmesse, das Wort Mozarttodestag klingt wie Geldostern und so weiter.

Durch sieben Jahre habe ich mich falsch über diese Stadt in­formiert, als ich diesen Entschluß gefaßt habe, von hier weg­zugehen (lesen und schreiben, studieren, gebe ich als Gründe dafür an, es ist die halbe Wahrheit), treffe ich, zufällig?, auf Franz: der Fremdenführer in das andere Gesicht der Stadt. In Fortsetzungen lernen wir uns kennen. (mehr …)

Kurzbeschreibung

Kopfständig. Roman in Zusammenhängen

Verlag Styria Graz, 1994

Restexemplare beim Autor erhältlich

Lebensunmöglichkeitsgeschichten Verrücktheit und Normalität, vom Suchen und Verfehlen, vom Lieben und Hassen, von Trauer und Zorn – realistisch, absurd, kryptisch, grotesk.

Spätnachts wartet ein kleiner Junge zu Hause in seinem abgedunkelten Zimmer auf die Nachricht von der Geburt eines Geschwisters. Er steht am Fenster, starrt in den Sternenhimmel und grübelt: Mit dem Kopf zuerst, kopfständig, kommt der Mensch auf die Welt.

Zehn Episoden und Lebensgeschichten von Menschen zwischen Leben und Tod, Verrücktheit und Normalität, Menschen, die sich suchen und verfehlen, Menschen in existentiellen Ausnahmesituationen. Kreisgeher fast alle, bewegen sie sich in Lebensabläufen, aus denen es kein Entrinnen gibt. Auf den ersten Blick steht jedes Schicksal für sich. Dann aber kreuzen sich Wege, werden Verbindungslinien sichtbar, fast unmerklich treten die Figuren zueinander in Beziehung. Zehn Schicksalseinblicke, zehn Lebensunmöglichkeiten, auf unscheinbare Weise miteinander verbunden: Ein Mann, der manisch alles wissen möchte; einer, der den Mord an seinem Vorgesetzten phantasiert; ein Bauer, der sinnlos ein Loch in die Erde gräbt; ein Verrückter, der sich im Kreis dreht; ein Lehrer, der um Luft ringt; ein Mann auf der Suche nach einem verständigen Zuhörer; eine Bulimikerin, die beschließt, sich selbst zu essen; eine Frau, die aus einer Gewaltbeziehung ausbricht; ein Mann auf der Suche nach der toten Mutter; ein Arbeitsloser, der seine Entlassung rächt; am Anfang und am Schluss das Kind: im Krankenhaus, einem Ort von Sterben und Geburt.

Pressestimmen

„Habringer erzählt in einer außerordentlich präzisen Prosa, die scheinbar emotionslos den Augenblick des Umkippens festhält. Aber im Inneren der Sprache lauert der Wahn“. Neue Zürcher Zeitung

„ Habringer spielt mit seiner Prosa eine ebenso eigenwilllige wie hörenswerte Melodie im Konzert der österreichischen Gegenwartsliteratur.“ Die Presse

„Rudolf Habringer ist ein Menschensammler. Er geht nicht systematisch vor, er schaut sich um und greift den einen oder anderen heraus, um ihn einer genauen Beobachtung zu unterziehen. Und er hat das Staunen nicht verlernt. (…) Diese Literatur weist überdies einen erheblichen Unterhaltungswert auf. Habringer bekennt sich zum Erzählen, und er weiß Geschichten, die man bereitwillig und mit Gewinn annimmt. Die Welt, die aus Habringers Texten entsteht, ist obskur und vertrackt. Es ist so, als ob wir eine Bühne betreten würden, auf der wir alles vorfinden, was unsere Wirklichkeit so ausmacht.“ Salzburger Nachrichten

„Ob ironisch- überspitzt oder analytisch-forciert, der Mensch und seine Kommunikationsfähigkeit finden bei Rudolf Habringer als Grundthematik eine vielfältige wie vielversprechende erzählerische Bandbreite.“ Berliner Morgenpost (mehr …)

Textprobe

Mit dem nächsten Bus zurück in die Stadt bis  zur entgegenge­setzten Endstation der Linie, dann zurück in die Stadtmitte, eine andere Buslinie nehmen, bis an den Stadtrand fahren (er befindet sich jetzt im Süden), umdrehen, bis ans andere Ende fahren (jetzt in den Norden), einprägen der Haltestellen, hier sind die Straßen nach Dichtern benannt, dort nach toten Politikern, dort nach Vögeln, hier nach Malern. Zurück mit dem Bus in  die Stadtmitte, umsteigen in die U-Bahn.

Jetzt an jeder Station aussteigen: aus dem dunklen Schacht hinauf an die Oberfläche, die Station zu Fuß umkreisen, alles aufnehmen, plötzlich: Leute zählen! Dann wieder: Autos zäh­len!, Schornsteine, Fernsehantennen, Werbetafeln wahrnehmen: Wie oft hängt ein und dieselbe Tafel im Umfeld einer U-Bahn­station? Wieder hinunter zur U-Bahn, zur nächsten Sta­tion, aussteigen, hinauf an die Oberfläche, die Menschen an­schauen: Wer trägt Grün, wer Rot, wer trägt Brille, wer Kopf­tuch? Wie­der hinunter in den Schacht, weiterfahren, nächste Station: Aussteigen, hinaufgehen, umsehen, umhören, umriechen, Wortfet­zen aufschnappen, Bruchstücke einer Unterhaltung erha­schen, Augenblicke festhalten: und weißt du, wie ich ihm dann sage… sie hat ja gemeint, daß…meinst du wirklich, ob ich…wer weiß, wann wir uns…na, ja, gestern hast du doch noch nicht…gehen wir jetzt ins…wenn wir uns das so rich­tig überlegen…wer hat da neulich gemeint, daß es ihm über­haupt noch nie…kennst du dich vielleicht in…und dann hat er pausenlos, pausenlos sage ich dir, hat er pausenlos vor sich hin…also, wenn du dem lange, also furchtbar, echt… (mehr …)

Kurzbeschreibung

LiebesKind. Eine Erfindung. Roman

Erstauflage bei Styria 1998, Neuauflage Verlag Edition Geschichte der Heimat, 2010

Die Entwicklungsgeschichte des Kinderdorfkindes Fritz voll unerwiderter Liebe, Mißverständnissen, gnadenloser Brutalität und der Lüge als Überlebensstrategie.

Keiner bemerkt etwas. Ich gehe früh zu Bett. Ich drehe mich zur Wand. Ziehe die Beine an den Körper. Nicht mehr ausatmen, Luft anhalten. Jetzt kommen die Tränen. Salziger Geschmack auf der Zunge. Keine Wut mehr. Nur kalt.

Dieser Roman ist die Nacherfindung einer Kindheit und Jugend in einem obersteirischen Kinderdorf der 60er Jahre. Er schildert die Geschichte von Fritz, einem Simplizius der Gegenwart, als Lebensgratwanderung zwischen Freundschaft und Verrat, Verführung und Mißbrauch, Chancen und Fallgruben, Krankheit und Simulation: Ein Leben geprägt von enttäuschter Liebe zur Kinderdorfmutter und einer phantasierten Nähe zur leiblichen Mutter.

Der Roman erzählt die Leiden, Taten und Mißgeschicke von einem, um den Geschichtsschreibung sich nicht kümmern wird, dem nachzuspüren trotzdem lohnt.

Pressestimmen

„Ein emotional ungemein mitreißender Roman“ (Oberösterreichische Nachrichten“)

„…erzählt Habringer spannend, atmosphärisch dicht und mit psychologischem Feingefühl. Doch geht es dem Autor in seinem dritten Roman gar nicht um den schwarzen Kitsch, wie ihn die «Antiheimatliteratur» in Österreich in ödem Wiederholungszwang längst serienmäßig herstellt, sondern um ein durchaus differenziertes Bild. Das Elend, das er zeigt, ist kein literarisches Klischee, sondern eine gut verborgene soziale Tatsache, die er mit literarischen Mitteln sichtbar macht. Und weil er nicht auf den billigen Effekt setzt, ist die Wirkung um so nachhaltiger.“ (Karl-Markus Gauss, Neue Zürcher Zeitung) (mehr …)