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Aus endlich

Kurzbeschreibung

Aus. Endlich. Landesverlag Linz 1992

Der Band „Aus. Endlich“ vereint erstmals in größerer Konzentration Erzählungen von Rudolf Habringer, der in der Saison 1990/91 als „Linzer Geschichtenschreiber“, eingeladen von der Stadt und der Linzer Veranstaltungsgesellschaft, im Kremsmünster Stiftshaus Quartier genommen hat. (…)

Im vorliegenden Buch werden insgesamt vier charakteristische Texte vereinigt, die allesamt die Alltags- und Arbeitswelt als ursprüngliche Motivation des Autors erkennen lassen.

„Tod eines Papierarbeiters“ und „Sieben Tage“ sind darüber hinaus im besonderen eine Auseinandersetzung des Schriftstellers mit dem Fließbandprozess, der Anonymität und graduellen Menschenfeindlichkeit der Arbeit in unserer Gegenwartsgesellschaft. Habringer ist jedoch in seinen Schilderungen keineswegs ein einseitiger ideologischer Agitator, sondern er zeigt die Ausweglosigkeit und das Bedrückende von Arbeitssituationen als ein im Augenblick der Beobachtung und Aufzeichnung nicht eliminierbares Element der Existenz seiner Figuren. Seine Anklage legt einen fortschreitenden menschlichen Deformationsprozess frei.

(aus: Leidensdruck der Arbeitswelt von Peter Kraft, Nachwort zu: Aus. Endlich)

Textprobe

Aus, endlich

Weil das, was die können/ es ist eine Kunst, es abzukürzen/ sie müssen es aber/ es ist eine Kunst, so abzukürzen, dass trotzdem noch/ dass man trotzdem noch weiß, worum es geht/ so schaut alles wieder ganz anders aus/ das, worum es wirklich geht/ wirklich/

Wann kommt er? Wie spät ist es? Warten. Nachtwache. Nur nicht einschlafen. In der Küche leuchtet das rote Lämpchen der Kaf­feemaschine. Die Tür zum Kinderzimmer: einen Spalt offen, die Kleinen schlafen. In der Abstellkammer neben der Eingangstür: am Boden ihr Bettzeug auf einer alten Matratze. Wenn er kommt, soll er sie nicht erwischen. Das Telefonkabel ist un­ter dem Teppich im Vorhaus versteckt. Der Apparat steht neben ihrem Bett. Das ist ihm bisher entgangen. (mehr …)