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Der Fragensteller

Kurzbeschreibung

Der Fragensteller

Styria Verlag Graz Wien Köln, 1992

Der Fragensteller hört sich um. Ist ganz Ohr. Wie geht es dir, fragt er. Allen geht es gut. Doch hinter den Masken wohnen Menschen. Die allein erziehende Sekretärin, der labile Musiker, der Sozialhilfeempfänger, der im Abbruchhaus wohnt, die Saisonkellnerin, die von einer Karriere als Sängerin träumt, eine Frau, die von ihrem Mann geschlagen wird: Sie alle haben Geschichten zu erzählen. Von großen und kleinen Ängsten. Stadtgeschichten.

Der Fragensteller geht, der Stadt überdrüssig,  aufs Land, in ein Dorf an der Grenze. Wortkarg teilen sich die Menschen mit. Alle haben allen etwas zu verschweigen. Jeder trägt eine Geschichte mit sich herum. Das Leben im Bergdorf erweist sich als irritierendes Grenzerlebnis. Der Fragensteller sitzt in seinem Zimmer. Schreibt auf. Streicht durch. Er träumt viel. Demnächst wird er wieder aufbrechen.

Ein Roman über das Fragen und Zuhören. Das Miteinander-Reden. Über die gegensätzliche Wahrnehmung des Lebens in der Stadt und auf dem Land. Über die Schwierigkeit, einander zu verstehen. Über die Erfahrung der eigenen Fremdheit.

Pressestimmen

„…konsequentes In-Frage-Stellen als einfallsreicher Start zu einer Karriere.“ Die Presse

„Habringer gelingt eine nahezu perfekte Annäherung an die Frage zwischenmenschlichen Verstehens, ein Buch vom Fragen und über das Hinterfragen.“ Der Standard

„Habringers Beobachtungsschärfe und die Akribie des Aufzeichnens leisten Beachtliches.“ Salzburger Nachrichten

„Ein Romanerstling ist anzuzeigen, bei dessen Lektüre man ins Staunen gerät, denn sie schlägt einen sofort in ihren Bann….Der Leser gerät unwillkürlich in den Sog dieser intensiven, ausgefeilten Prosa, die ständig weiter fragt, die alle Schattierungen im Alltag und in den Nachtseiten des Lebens einfangen will.“ Mittelbayrische Zeitung Regensburg (mehr …)

Textprobe

Ich kenne die Stadt, sieben Jahre lebe ich hier, ich kenne die Stadt nicht, sieben Jahre lang sehe ich mir diese Stadt an, erkenne aber nichts, sieben Jahre lang lese ich die falschen Reiseführer, lasse ich mir von selbsternannten Frem­denführern die Fassaden einer Stadt präsentieren, höre ich, sieben Jahre schon, Bürger dieser Stadt mit Worten ihre Wunschvorstellungen zusammenreimen, ihre Lieblingsworte höre ich, touristische Nutzung, Hochkultur, ich erlebe die Heilig­sprechung des Wortes Umwegrentabilität, höre ich das Wort Mo­zart klingt es wie Geld, höre ich Mozarteum klingt es wie Geldinstitut, höre ich das Wort Festspielhaus klingt es wie Weltbörse, Mozartoper klingt wie Geldoper, Mozartsonate klingt wie Geldsonate, Mozarthaus wie Geldhaus, Mozarteumor­chester wie Geldorchester, Mozartdirigent wie Bankdirektor, Mozartsänger wie Prokurist, Mozartwoche wie Weltgeldwoche, Mozartmesse wie Geldmesse, das Wort Mozarttodestag klingt wie Geldostern und so weiter.

Durch sieben Jahre habe ich mich falsch über diese Stadt in­formiert, als ich diesen Entschluß gefaßt habe, von hier weg­zugehen (lesen und schreiben, studieren, gebe ich als Gründe dafür an, es ist die halbe Wahrheit), treffe ich, zufällig?, auf Franz: der Fremdenführer in das andere Gesicht der Stadt. In Fortsetzungen lernen wir uns kennen. (mehr …)