Autor

Bücher/Texte

Projekte

Angebote

Aktuell




Hinter dem Niemandsland

Kurzbeschreibung

Hinter dem Niemandsland

Eine zweisprachige Gemeinschaftsanthologie der Autoren Walter Kohl, Andreas Weber und Rudolf Habringer gemeinsam mit dem südböhmischen Schriftstellerverband. Verlag Edition Geschichte der Heimat, 2003

Geschichte der Heimat, 2003

Der Verein NETZWERK MEMORIA gibt gemeinsam mit dem Verband südböhmischer Schriftsteller eine Anthologie mit Texten österreichischer und tschechischer Schriftstellerinnen heraus. Zwölf tschechische und elf österreichische AutorInnen beschäftigen sich dabei mit der wechselvollen, manchmal konfliktreichen, manchmal auch mit Sehnsucht und Wehmut aufgeladenen Beziehung zwischen Österreich und Tschechien (Böhmen), resultierend aus den historischen Ereignissen zwischen dem Münchner Abkommen und der Vertreibung der Sudetendeutschen. Die Textsammlung wird in einer tschechisch- und einer deutschsprachigen Ausgabe erscheinen.

Mit Texten von Anna Mitgutsch, Christoph Janacs, Alfred Pittertschatscher, Richard Wall, Eugenie Kain, Zdenka Becker, Margit Schreiner, Franz Rieger, Ilse Tielsch, Ludwig Laher, auf tschechischer Seite Autoren wie Věroslav Mertl, František Niedl, Miroslav Hule, Hanka Hosnedlova, Jan Houska, Vlasta Duškova, Stanislava Bumbová, Jan Bauer, Miloslav Král u.a.

Pressestimmen

Die Schriftsteller beider Länder vereinigen sich – zumindest für einen gestern präsentierten Sammelband

Eine Beziehung, von heiter bis wolkig – Böhmen und OÖ

Im Linzer Bildungszentrum St. Magdalena wurde gestern im Rahmen einer Lesung ein Sammelband mit Beiträgen oö. und südböhmischer Schriftsteller präsentiert, der Auftakt zu einer stärkeren grenzüberschreitenden literarischen Zusammenarbeit sein soll. „Hinter dem Niemandsland – wechselnd bis heiter“ (207 S., Edition Sandkorn) wurde von den heimischen Autoren Rudolf Habringer, Walter Kohl und Andreas Weber herausgegeben – gemeinsam mit dem „Verband südböhmischer Schriftsteller“, in dem sich 2001 37 großteils in Budweis beheimatete Autoren zusammengefunden haben.

„Es soll auch noch eine andere Verbindung zwischen OÖ und Tschechien geben, als nur Temelin und die Benes-Dekrete“, meint Habringer zur Intention des Buches, das Einander-Näherkommen zu fördern: Es sei der Versuch, die Fäden der Kommunikation trotz sprachlicher und anderer Barrieren wieder aufzunehmen.

Trotzdem oder gerade deshalb kreisen viele der 23 Geschichten, die etwa von Anna Mitgutsch oder Margit Schreiner stammen, um die konfliktreiche Beziehung zwischen Österreich und Tschechien, ausgelöst durch die Abtrennung der Sudetengebiete 1938 von der CSR und die Vertreibung der Sudetendeutschen nach 1945. „Die Vergangenheit werden wir eben immer treffen“, bringt es Frantisek Niedl, Sprecher der südböhmischen Gäste, auf den Punkt. Wobei Selbstkritisches, etwa zu Temelin, durchaus auch in tschechischen Beiträgen zu finden ist. (mehr …)

Textprobe

Was weiß unsere Region Oberösterreich von unseren Nachbarn in Tschechien? Was erfahre ich über Südböhmen, wenn ich, vierzehn Jahre nach der samtenen Revolution, eine oberösterreichische Tageszeitung aufschlage? Wie leben die Menschen dort? Was bewegt sie? Was tut sich in der kulturellen Szene? Was wird im Theater, im Kino gespielt? Was tut sich im Fußball? In unseren Printmedien wird seit Jahren über Temelín und die Beneš-Dekrete geschrieben. Darüber hinaus erfahre ich nicht viel. Vierzehn Jahre nach der Revolution scheint der Eiserne Vorhang in den Köpfen noch immer zu existieren.

In den letzten Jahren habe ich mich selbst auf den Weg gemacht, habe Städte und Schlösser Südböhmens besucht, habe Urlaub am Lipno gemacht, habe auf Wanderungen durch die Šumava einen Berg entdeckt, von dem sich möglicherweise mein Familienname herleitet (Habr bei Zelená Ruda). Bei einem Kurs habe ich erste Erfahrungen mit der tschechischen Sprache gemacht. Ich habe Kontakt zu Germanisten und Schriftstellern bekommen, gemeinsam mit meiner Frau habe ich ein Paar aus Budweis näher kennen gelernt, auch die Kinder sind schnell Freunde geworden. Öfter bin ich gefragt worden: Warum machst Du das? Meine Antwort ist kurz und lapidar: Weil Ihr unsere engsten Nachbarn seid, ich ein neugieriger Menschen bin und es spannend finde, Euch und Euer Land kennen zu lernen.