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LiebesKind

Kurzbeschreibung

LiebesKind. Eine Erfindung. Roman

Erstauflage bei Styria 1998, Neuauflage Verlag Edition Geschichte der Heimat, 2010

Die Entwicklungsgeschichte des Kinderdorfkindes Fritz voll unerwiderter Liebe, Mißverständnissen, gnadenloser Brutalität und der Lüge als Überlebensstrategie.

Keiner bemerkt etwas. Ich gehe früh zu Bett. Ich drehe mich zur Wand. Ziehe die Beine an den Körper. Nicht mehr ausatmen, Luft anhalten. Jetzt kommen die Tränen. Salziger Geschmack auf der Zunge. Keine Wut mehr. Nur kalt.

Dieser Roman ist die Nacherfindung einer Kindheit und Jugend in einem obersteirischen Kinderdorf der 60er Jahre. Er schildert die Geschichte von Fritz, einem Simplizius der Gegenwart, als Lebensgratwanderung zwischen Freundschaft und Verrat, Verführung und Mißbrauch, Chancen und Fallgruben, Krankheit und Simulation: Ein Leben geprägt von enttäuschter Liebe zur Kinderdorfmutter und einer phantasierten Nähe zur leiblichen Mutter.

Der Roman erzählt die Leiden, Taten und Mißgeschicke von einem, um den Geschichtsschreibung sich nicht kümmern wird, dem nachzuspüren trotzdem lohnt.

Pressestimmen

„Ein emotional ungemein mitreißender Roman“ (Oberösterreichische Nachrichten“)

„…erzählt Habringer spannend, atmosphärisch dicht und mit psychologischem Feingefühl. Doch geht es dem Autor in seinem dritten Roman gar nicht um den schwarzen Kitsch, wie ihn die «Antiheimatliteratur» in Österreich in ödem Wiederholungszwang längst serienmäßig herstellt, sondern um ein durchaus differenziertes Bild. Das Elend, das er zeigt, ist kein literarisches Klischee, sondern eine gut verborgene soziale Tatsache, die er mit literarischen Mitteln sichtbar macht. Und weil er nicht auf den billigen Effekt setzt, ist die Wirkung um so nachhaltiger.“ (Karl-Markus Gauss, Neue Zürcher Zeitung) (mehr …)

Textprobe

Es geht uns gut. Wir sind eine angesehene Familie. Eine Freude für die ganze Stadt. Das steht häufig in der Zeitung. Am Sonntag gehen wir gemeinsam in die Kirche. Die Eltern wählen sozialistisch. Der Bürgermeister ist ein gern gesehener Gast im Haus. Im Freibad und auf dem Fußballplatz haben wir freien Eintritt.

Wenn wir einem Erwachsenen begegnen, grüßen wir freundlich. Wir haben Respekt vor Respektspersonen, wie dem Herrn Pfarrer, dem Schuldirektor und dem Zahnarzt. Wir haben Respekt vor alten Menschen, Kranken und Behinderten. Wir haben Respekt vor Menschen, die alleine sind. Wir haben Respekt vor allen, die keine Eltern mehr haben. Wir haben Respekt vor uns selbst. (mehr …)