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Der Kobold der Träume

Bilder des Unbewussten

Natürlich ist es kein Zufall, dass der oberösterreichische Schriftsteller Rudolf Habringer und der Salzburger Theologe und Germanist Josef P. Mautner just im Sigmund-Freud-Jahr 2006 dem „Kobold der Träume“ ein Buch gewidmet haben.
Der Zusammenhang von Traum und Literatur hat eine lange Tradition, die weit hinter Freud zurückreicht, die aber im Kontext der Psychoanalyse eine moderne künstlerische Ausprägung erhalten hat, vor allem im Surrealismus.
Habringer und Mautner haben elf Zeitgenossen, vor allem Autorinnen und Autoren, eingeladen, aufgezeichnete Träume zu veröffentlichen. Einige Beiträger, darunter die Herausgeber selbst, haben auch Deutungen und grundlegende Reflexionen zum Thema Traum beigesteuert.
So ist ein facettenreicher Band entstanden, der unterschiedliche, sogar gegensätzliche, aber allemal spannende und eigenwillige Zugänge zu den Bildern des Unbewussten enthält.
Christian Schacherreiter, Oberösterreichische Nachrichten

Im Vexierspiegel

Wir kennen das. Die Faszination, das vollständige Ergriffensein von jener den ganzen Körper ansprechenden Erzählung eines Traumes. Viele Menschen versuchen diese (schlaf-)trunkenen Erinnerungen festzuhalten, führen ein Traumtagebuch. Rudolf Habringer und Josef P. Mautner haben elf weitere Künstlerinnen und Künstler eingeladen, für den Sammelband „Der Kobold der Träume“ ihre Traumwelten einem weiteren Publikum zugänglich zu machen. Gleichzeitig erhielten die Schriftstellerinnen und Schriftsteller, zwei Choreographinnen, die Bühnenbildnerin, der Architekt, die Psychoanalytikerin und der Literaturwissenschafter die Gelegenheit für die Anthologie den notierten Träumen einen Reflexionstext beizugeben.
Wer schon einmal einen Traum erzählt, oder sich einen Bericht über einen solchen angehört hat, weiß, wie wenig von der eingangs erwähnten Kraft unter dem Licht der wachen Narration übrig bleibt. Das ist auch an den hier vorliegenden Träumen bemerkbar, selbst wenn einzelnen Texten eine gewisse literarische Überarbeitung anzumerken ist. Diese Erfahrung summiert treffend Monika Wogrolly: „Meine Träume erscheinen mir finster, bunt und gewalttätig. Sie erschrecken mich, sind mir peinlich. Aber von den Klienten meiner Philosophischen Praxis ist mir bekannt, dass sie nicht anders träumen als ich und dass auch sie sich schämen.“
Es überrascht nicht, dass gerade unter den Literatinnen und Literaten die mangelnde literarische Qualität der Träume zumindest indirekt thematisiert wird. So liefert Birgit Müller-Wieland als Reflexion einen witzigen Text, der mit Traumelementen („Mein Vater war ein Hund“) arbeitet, Anna Mitgutsch stellt in ihrem anregenden Aufsatz klar, dass „Träume zum Privatesten eines Menschen gehören“ und damit „literarisch unbrauchbar“ seien, und Vladimir Vertlib verzichtet in seiner interessanten autobiographischen Notiz überhaupt darauf, seine Träume isoliert von einer Erzählsituation vorzustellen. Was bringt die Übung Träume zu notieren? Eugenie Kain etwa „schreibt auf, um die Pforte der Wahrnehmung zum Unbewussten geöffnet und durchlässig zu halten“.
„Der Traum gehorcht seiner eigenen Logik“, meint Rudolf Habringer und ergänzt, „Es gibt kein Richtig und kein Falsch“. Vielleicht gilt das dann auch für die Deutung. Zumindest werden die Träume von den Autorinnen und Autoren recht unterschiedlich verstanden. Es findet sich, neben dem klassischen Freudschen Ansatz, die Auffassung, dass sie Auskünfte geben über zukünftige Möglichkeiten und – bei Anna Mitgutsch – dass jede Deutung infrage zu stellen ist. Und dennoch gilt wohl, was die Psychotherapeutin und Künstlerin Jutta Schwarz ausdrückt: „Der Kobold der Träume erhebt ja keinen Anspruch auf Wahrheit, in seinem Vexierspiegel erfahre ich aber doch etwas über mich“.
Die beiden Herausgeber haben den Band sorgfältig redigiert, eine überzeugende Auswahl getroffen und informative Einleitungen verfasst. Das Vorwort referiert die wichtigsten Positionen und im Anhang werden die Beiträgerinnen und Beiträger kurz vorgestellt. So bekommen wir ein Buch in die Hand, das die eine oder andere unserer Fragen über die Welt der Träume vielleicht beantwortet, und, was wichtiger ist, uns auf viele neue Fragestellungen aufmerksam macht. Man würde sich wünschen, könnte das jeder Beitrag in diesem Freud-Jahr leisten.

Helmut Sturm, Rezensionen Stifterhaus online

Traumwelten

Das Ende eines Alptraumes wird oft mit dem Wecker eingeläutet. Wie gerädert steht man auf, der Traum hängt noch in den Hirnwindungen. Sagt er mir etwas? Oder hat das nichts mit mir zu tun?
Dem Thema Traum als besondere Form der Erinnerung geht das neueste Buch von Rudolf Habringer und Josef P. Mautner nach. Es ist Teil ihrer Arbeit im „Netzwerk Memoria“.
13 Künstler/innen haben die beiden Herausgeber eingeladen, über ihre Träume und die Bedeutung von Träumen zu schreiben. Von der Bühnenbildnerin, dem Musiker bis zur Schriftstellerin spannt sich der Bogen der Autor/innen.
Wie sehr hängen private Träume zusammen mit der Gesellschaft, in der wir leben? Was können sie uns erzählen? „Träume wissen mehr als ich“, meint etwa Bogdan Bogdanovich.
Sagen sie nur dem/der, träumt etwas, bedeuten sie für niemand anderen etwas (Anna Mitgutsch)? Das Buch entführt mit den Traumaufzeichnungen in intime skurrile Traumwelten. Berührend und erschreckend sind die Offenbarungen, die einen Blick in das Innerste des Menschen zu gewähren scheinen.

Elisabeth Leitner, Kirchenzeitung der Diözese Linz