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Hinter dem Niemandsland

Die Schriftsteller beider Länder vereinigen sich – zumindest für einen gestern präsentierten Sammelband

Eine Beziehung, von heiter bis wolkig – Böhmen und OÖ

Im Linzer Bildungszentrum St. Magdalena wurde gestern im Rahmen einer Lesung ein Sammelband mit Beiträgen oö. und südböhmischer Schriftsteller präsentiert, der Auftakt zu einer stärkeren grenzüberschreitenden literarischen Zusammenarbeit sein soll. „Hinter dem Niemandsland – wechselnd bis heiter“ (207 S., Edition Sandkorn) wurde von den heimischen Autoren Rudolf Habringer, Walter Kohl und Andreas Weber herausgegeben – gemeinsam mit dem „Verband südböhmischer Schriftsteller“, in dem sich 2001 37 großteils in Budweis beheimatete Autoren zusammengefunden haben.

„Es soll auch noch eine andere Verbindung zwischen OÖ und Tschechien geben, als nur Temelin und die Benes-Dekrete“, meint Habringer zur Intention des Buches, das Einander-Näherkommen zu fördern: Es sei der Versuch, die Fäden der Kommunikation trotz sprachlicher und anderer Barrieren wieder aufzunehmen.

Trotzdem oder gerade deshalb kreisen viele der 23 Geschichten, die etwa von Anna Mitgutsch oder Margit Schreiner stammen, um die konfliktreiche Beziehung zwischen Österreich und Tschechien, ausgelöst durch die Abtrennung der Sudetengebiete 1938 von der CSR und die Vertreibung der Sudetendeutschen nach 1945. „Die Vergangenheit werden wir eben immer treffen“, bringt es Frantisek Niedl, Sprecher der südböhmischen Gäste, auf den Punkt. Wobei Selbstkritisches, etwa zu Temelin, durchaus auch in tschechischen Beiträgen zu finden ist.

Die Zusammenarbeit findet schon am 17./18. Oktober mit einer oö.-tschechischen „Kulturkontaktbörse“ in Bad Leonfelden ihre Fortsetzung. Auch zwei weitere Bücher, davon eines mit Lyrik, sind geplant. Neues Volksblatt“ 09.10.2003  hut

Netzwerk greift nach Böhmen über

Unter diesem Titel starteten Walter Kohl und Rudolf Habringer ein groß angelegtes Projekt, das mit Hilfe der Bevölkerung aus ganz Österreich in neun Teilen eine persönlich bestimmte Dokumentation der jüngsten Zeitgeschichte werden soll.

Doch greift dieses Projekt bereits über die Grenze. In der „Edition Sandkorn“ im Verbund mit der „Edition Geschichte der Heimat“ wurde gemeinsam mit dem jungen Verband südböhmischer Schriftsteller eine zweisprachige Anthologie erarbeitet, die dem gleichen Zweck dient. 37 Autoren aus OÖ und Böhmen sind in dem Buch „Hinter dem Niemandsland“ vertreten. Sie sehen nicht nur die Geschichte aus unterschiedlichen Gesichtspunkten – je nach politgeografischem Standpunkt und auch generationsmäßig -, sondern sie beschäftigen sich intensiv auch mit der Gegenwart ihrer Regionen.
OÖNachrichten vom 14.11.2003