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Hinter dem Niemandsland

Was weiß unsere Region Oberösterreich von unseren Nachbarn in Tschechien? Was erfahre ich über Südböhmen, wenn ich, vierzehn Jahre nach der samtenen Revolution, eine oberösterreichische Tageszeitung aufschlage? Wie leben die Menschen dort? Was bewegt sie? Was tut sich in der kulturellen Szene? Was wird im Theater, im Kino gespielt? Was tut sich im Fußball? In unseren Printmedien wird seit Jahren über Temelín und die Beneš-Dekrete geschrieben. Darüber hinaus erfahre ich nicht viel. Vierzehn Jahre nach der Revolution scheint der Eiserne Vorhang in den Köpfen noch immer zu existieren.

In den letzten Jahren habe ich mich selbst auf den Weg gemacht, habe Städte und Schlösser Südböhmens besucht, habe Urlaub am Lipno gemacht, habe auf Wanderungen durch die Šumava einen Berg entdeckt, von dem sich möglicherweise mein Familienname herleitet (Habr bei Zelená Ruda). Bei einem Kurs habe ich erste Erfahrungen mit der tschechischen Sprache gemacht. Ich habe Kontakt zu Germanisten und Schriftstellern bekommen, gemeinsam mit meiner Frau habe ich ein Paar aus Budweis näher kennen gelernt, auch die Kinder sind schnell Freunde geworden. Öfter bin ich gefragt worden: Warum machst Du das? Meine Antwort ist kurz und lapidar: Weil Ihr unsere engsten Nachbarn seid, ich ein neugieriger Menschen bin und es spannend finde, Euch und Euer Land kennen zu lernen.